DataMatrix-Code und Traceability
Dauerhafte Bauteilkennzeichnung für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit in industriellen Fertigungsprozessen
Ein DataMatrix-Code ermöglicht die eindeutige Identifikation von Bauteilen und bildet die Grundlage für eine durchgängige Traceability (zu deutsch Rückverfolgbarkeit) in industriellen Fertigungsprozessen. Jedes Werkstück erhält eine unverwechselbare Kennzeichnung, die Produktionsdaten, Qualitätsinformationen und Seriennummern zuverlässig mit dem jeweiligen Bauteil verknüpft. Dadurch lassen sich Fertigungsprozesse dokumentieren, Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg rückverfolgen und gesetzliche oder branchenspezifische Anforderungen erfüllen.
Eine zuverlässige Traceability/Rückverfolgbarkeit entsteht jedoch nicht allein durch das Aufbringen eines DataMatrix-Codes. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus einer dauerhaft lesbaren Kennzeichnung, einer normgerechten Qualitätsbewertung und einer prozesssicheren Lesetechnik. Erst wenn diese Komponenten aufeinander abgestimmt sind, bleibt ein Bauteil während der gesamten Produktion und oft auch viele Jahre darüber hinaus eindeutig identifizierbar.
Wir, die Borries Markier-Systeme GmbH entwickeln seit 1952 Markiersysteme für die industrielle Direktkennzeichnung und unterstützt Unternehmen dabei, durchgängige Traceability-Lösungen zu realisieren. Dabei betrachten wir den gesamten Kennzeichnungsprozess – von der Markierung über die Verifikation bis zur zuverlässigen Identifikation der Kennzeichnung wie beispielsweise DataMatrix-Codes.
Was ist ein DataMatrix-Code?

Ein DataMatrix-Code ist ein zweidimensionaler Code (2D-Code), der Informationen auf sehr kleiner Fläche speichert und zur eindeutigen Identifikation von Bauteilen eingesetzt wird. Aufgrund seiner hohen Informationsdichte eignet er sich besonders für die industrielle Direktkennzeichnung, bei der Bauteile dauerhaft markiert und automatisch identifiziert werden. Je nach Anwendung kann er verschiedene Informationen speichern oder als eindeutiger Schlüssel auf Datensätze in übergeordneten IT-Systemen verweisen. Dadurch bildet er die Grundlage für eine durchgängige Traceability entlang des gesamten Produktlebenszyklus.
Im Gegensatz zu eindimensionalen Barcodes kann ein DataMatrix-Code deutlich mehr Informationen speichern. Er besteht aus einer quadratischen oder rechteckigen Matrix aus hellen und dunklen Zellen beziehungsweise dauerhaft eingebrachten Markierpunkten. Die codierten Daten lassen sich mit stationären oder handgeführten Lesesystemen schnell und zuverlässig erfassen.
In der industriellen Fertigung enthält der DataMatrix-Code häufig nicht sämtliche Produktinformationen. Meist speichert er lediglich eine eindeutige Identifikationsnummer, die mit Produktions-, Qualitäts- oder Servicedaten in einem übergeordneten ERP-, MES- oder Traceability-System verknüpft ist. Dadurch können große Datenmengen verwaltet werden, ohne den Code unnötig zu vergrößern.
Was bedeutet Traceability?
Traceability bezeichnet die Fähigkeit, den gesamten Lebensweg eines Bauteils oder Produkts eindeutig nachzuvollziehen. Von der Herstellung über die Verarbeitung und Qualitätssicherung bis hin zu Wartung, Service oder Recycling können alle relevanten Informationen einem einzelnen Werkstück zugeordnet werden.
In modernen Fertigungsprozessen ist Traceability ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung. Sie schafft Transparenz über den gesamten Produktionsprozess und ermöglicht es, Bauteile jederzeit eindeutig zu identifizieren. Dadurch können Produktionsdaten, Materialchargen, Prüfergebnisse oder Prozessparameter zuverlässig dokumentiert und einem einzelnen Werkstück zugeordnet werden.
Die Grundlage dafür bildet eine eindeutige Kennzeichnung des Bauteils, beispielsweise mit einem DataMatrix-Code. Über diese Kennzeichnung lassen sich Informationen aus ERP-, MES- oder anderen Traceability-Systemen mit dem physischen Werkstück verknüpfen. Der DataMatrix-Code dient dabei als eindeutige Identität des Bauteils und verbindet die reale Produktion mit der digitalen Dokumentation.
Traceability unterstützt Unternehmen dabei, Qualitätsabweichungen schneller zu erkennen, Ursachen effizient zu analysieren und gezielte Maßnahmen einzuleiten. Gleichzeitig erleichtert sie die Einhaltung gesetzlicher und branchenspezifischer Anforderungen und trägt dazu bei, Rückrufaktionen auf tatsächlich betroffene Bauteile zu begrenzen.
Eine zuverlässige Traceability endet jedoch nicht mit der Kennzeichnung eines DataMatrix-Codes. Erst wenn Kennzeichnung, Verifikation und Lesetechnik als zusammenhängender Prozess betrachtet werden, entsteht eine dauerhaft sichere und wirtschaftliche Lösung für die industrielle Rückverfolgbarkeit.
Warum ist Traceability heute unverzichtbar?
Die Anforderungen an Qualität, Dokumentation und Produktsicherheit steigen kontinuierlich. Gleichzeitig werden Fertigungsprozesse zunehmend digitalisiert und international vernetzt. Unternehmen müssen deshalb jederzeit nachweisen können, wann ein Bauteil produziert wurde, welche Materialien verwendet wurden, welche Bearbeitungsschritte durchgeführt wurden und welche Qualitätsprüfungen erfolgt sind.
Eine durchgängige Traceability schafft hierfür die notwendige Transparenz und bildet die Grundlage für:
- lückenlose Rückverfolgbarkeit von Bauteilen und Produkten
- dokumentierte Qualitätssicherung
- gezielte Reklamations- und Ursachenanalyse
- effiziente Rückrufaktionen
- Einhaltung gesetzlicher und branchenspezifischer Vorgaben
- Digitale Produktions- und Logistikprozesse
- Langfristige Dokumentation über den gesamten Produktlebenszyklus
Damit ist Traceability heute weit mehr als eine gesetzliche Anforderung. Sie ist ein zentraler Bestandteil moderner Fertigungs- und Qualitätsprozesse und unterstützt Unternehmen dabei, Produkte sicher, effizient und nachvollziehbar herzustellen.

Wie entsteht eine zuverlässige Traceability?
Ein dauerhaft lesbarer DataMatrix-Code allein garantiert noch keine zuverlässige Traceability. Erst das Zusammenspiel aus Kennzeichnung, Verifikation und Lesetechnik ermöglicht eine prozesssichere Rückverfolgbarkeit über den gesamten Produktlebenszyklus.
In der industriellen Fertigung muss ein Bauteil nicht nur eindeutig gekennzeichnet werden. Ebenso wichtig ist, dass der DataMatrix-Code unmittelbar nach der Markierung geprüft und später unter realen Produktions- und Einsatzbedingungen zuverlässig gelesen werden kann. Bereits kleine Abweichungen bei der Kennzeichnung oder ungünstige Lesebedingungen können die Qualität der Rückverfolgbarkeit beeinträchtigen.
Eine durchgängige Traceability basiert deshalb auf drei aufeinander abgestimmten Prozessschritten:
- Kennzeichnung
Der DataMatrix-Code wird dauerhaft direkt auf dem Bauteil angebracht. Diese Form der direkten Bauteilkennzeichnung wird international als Direkt Part Marking (DPM) bezeichnet. Ziel ist eine dauerhaft lesbare Kennzeichnung, die den Anforderungen des jeweiligen Werkstoffs, der Bauteilgeometrie und der späteren Einsatzbedingungen entspricht. - Verifikation
Nach der Kennzeichnung wir die Qualität des DataMatrix-Codes bewertet. Dabei wird nicht nur geprüft, ob der Code aktuell lesbar ist, sondern ob er definierte Qualitätskriterien erfüllt und dauerhaft zuverlässig gelesen werden kann. Die Verifikation unterstützt dabei, Prozessabweichungen frühzeitig zu erkennen und eine gleichbleibend hohe Kennzeichnungsqualität sicherzustellen. - Lesetechnik
Im weiteren Fertigungsprozess sowie während des gesamten Produktlebenszyklus muss der DataMatrix-Code unter unterschiedlichen Bedingungen sicher identifiziert werden können. Beleuchtung, Oberflächenbeschaffenheit, Verschmutzungen oder mechanische Beanspruchung beeinflussen die Lesbarkeit und sollten bereits bei der Planung einer Traceability-Lösung berücksichtigt werden.
Nur wenn Kennzeichnung, Verifikation und Lesetechnik als zusammenhängender Prozess betrachtet werden, entsteht eine dauerhaft zuverlässige und wirtschaftliche Traceability.
